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BBZ Moelln
| German | MÖLLN |
| American | KUNA |
| Partnership | 1997 |
| Program |
GAPP-Exchange 1997
| Berufliche Schulen des Kreises Herzogtum Lauenburg Bericht Amerika-Aufenthalt 970317 - 970414 GAPP-Begleitlehrer und Ansprechpartner: StD Holger Wulf |
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Kuna High School in Kuna, Idaho, United States of America Report Gapp Exchange in Germany 970530 - 970630 |
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In einem Werbeprospekt schreibt Governor Philip E. Batt, daß er
sich für das Interesse an seinem Staat
bedankt, daß
man über Idaho viel lernen und in Idaho viel entdecken kann. Unter
anderem hebt er auch die Freundlichkeit der "Idahoans" hervor. All dies durften
15 Schülerinnen und Schüler sowie ihr Begleitlehrer, Holger Wulf, aus dem
Kreisgebiet während ihres vierwöchigen Aufenthaltes im Rahmen des
German American Partnership
Programs [GAPP] in Kuna und Umgebung erfahren.
Nach mehrmonatiger Vorbereitung flog die Gruppe am 17. März von Hamburg über Frankfurt und San Francisco nach Boise, der Hauptstadt Idahos. Nach einer über zwanzigstündigen Reisezeit, davon 12 Stunden nonstop Frankfurt - San Francisco, empfingen etwa einhundert Gastgeberinnen und Gastgeber ihre deutschen Gäste mit großen Namensschildern, Luftballons und einer überwältigenden Herzlichkeit.
Am
nächsten Morgen fuhren einige Schüler mit ihren Partnern in die Kuna High
School. Einige Gasteltern ließen ihre Gäste jedoch länger schlafen, damit diese
den Jetlag ausgleichen konnten. Am Abend dieses ersten Tages traf sich die
Gruppe in der Montgomery Field Hall in Nampa, um das Endspiel der NAIA National
Basketball Championship zu erleben. In einem spannenden Finale gewann Bethel
College [Indiana] vor etwa 2000 Zuschauern gegen Siena Heights College
[Michigan] nach Verlängerung mit einem Punkt Vorsprung.
Am Mittwochmorgen fand die offizielle Begrüßung durch Schulleiter Gib Floyd,
Superintendent Dr Doug Rutan und Kunas Bürgermeister Greg Nelson statt. Alle
wünschten den Austauschpartnern viel Erfolg bei der Unterrichtsteilnahme und
viel Spaß bei gemeinsamen Aktivitäten in Kuna und Umgebung. Der Bürgermeister
schenkte jedem deutschen Austauschschüler eine Medaille von "Kuna, Idaho, Gateway to Birds of Prey".
Dottie Moulton, die amerikanische Partnerlehrerin, hatte nach Absprache mit ihren Kollegen und Kolleginnen schon ein umfangreiches Unterrichtsangebot ausgearbeitet, das die deutschen Schülerinnen und Schüler interessiert und teilweise schon am ersten "richtigen" Schultag begeistert annahmen.
Abends folgte dann die Welcome Party mit den Gasteltern und
-geschwistern in der Cafeteria der High School.
Neben den üblichen Begrüßungsreden hatten alle Beteiligten viel Spaß bei Kaffee und Kuchen sowie gemeinsamen Spielen wie "Do you like your neighbour?"
Am Donnerstag, dem letzten Schultag vor den Frühjahrsferien, lud die Klasse "German 2" die Gruppe und Mitglieder des German Clubs der High School im Deutschraum zum Essen ein. Die Schulband spielte zur besseren Verdauung fetzige Rhythmen.
Am ersten Ferientag fand abends in der Schulsporthalle ein Basketballspiel statt mit anschließender Disko in der Cafeteria, um für einen wohltätigen Zweck Geld zu sammeln.
In den Frühjahrsferien lernten die Schüler in ihren Familien intensiv den "American way of life" kennen und unternahmen individuelle Fahrten in die nähere Umgebung [Nampa, Boise, Owyhee Mountains, Snake River, Swan Falls Dam, Birds of Prey Area] und weitere Umgebung [Portland und Baker City in Oregon, Salt Lake City und Park City, Ort der Winterolympiade 2006, in Utah, Bruneau Sand Dunes, Twin Falls, Rexburg, Nez Perce im Norden Idahos, Yellowstone National Park in Wyoming].
Ein gemeinsamer Ausflug in der Ferienmitte führte die Gruppe
nach Idaho City; vor 135 Jahren eine Goldgräberstadt mit über 20.000 Einwohnern.
Aus der einst größten Stadt des Nordwestens der
USA ist heute ein Ort mit etwa 700 Einwohnern übriggeblieben. Viele der alten
Gebäude wie die katholische Kirche [1863], das Gebäude der Freimaurer [1865],
das Gerichtsgebäude [1873] vom Boise County oder das Schulhaus [1891], heute die
Stadthalle, lassen erahnen, wie es zu Zeiten des Goldrausches dort ausgesehen
haben mag. Am Nachmittag ging es dann zur Erholung nach Warm Springs
Resort, einem Schwimmbad mit 35° warmem Wasser. Das Wasser aus dem etwa 2000m
tiefen artesischen Brunnen muß dabei noch von etwa 43° "gekühlt" werden.
Am Ostermontag, in den USA kein Feiertag, trafen sich die
deutschen Schüler zu einem sogenannten Homeroom Meeting, tauschten ihre
Erfahrungen aus und hatten sich viel zu erzählen. Weil es allen bis dahin viel
Spaß bereitet hatte, kostete es überwindung, ab der 2. Stunde die
unterschiedlichsten Klassen und Kurse zu besuchen oder
auch am Unterricht teilzunehmen, inklusive der
Teilnahme an Klassenarbeiten.
Die Schüler besuchten u. a. folgende Kurse: Erstellung des Jahrbuchs, Kleinmaschinen, Einführung in Metall-, Holz- und Elektrotechnik, Physik, Chemie, Sport, Gewichtheben jeweils für Mädchen und Jungen, Drama, Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Töpferei, Chorsingen, Fitness, Mathematik, Computer, Desktop Publishing, Botanik/Entomologie, Geschichte der USA, Psychologie, Soziologie, Kindesentwicklung, Journalismus.
Am 3. April besuchten die deutschen und amerikanischen
Austauschschüler Governor Philipp E. Batt in Idahos State Capitol in Boise.
Er ließ sich
von Dottie Moulton und Holger Wulf über das German
American
Partnership Program informieren, unterhielt sich einige Minuten
mit Teilnehmern aus der Gruppe und wünschte allen bei der Besichtigung des
Staatshauses viel Interesse sowie für den weiteren Aufenthalt in Idaho alles
Gute.
Vom Capitol ging es zum Picknick in den Julia Davis Park, anschließend wurden das Idaho Historical Museum sowie Micron Technologies [Computer, Chips], mit über 10.000 Mitarbeitern das größte private Unternehmen Idahos, besichtigt.
Am darauffolgenden Tag traf man sich abends im alkohol- und
nikotinfreien "HOT SPOT Dance Club"
am Rande von Boise, um bei Rock and Country Dance
Music die neuesten Tanzschritte zu erlernen. Dieser Abend hat allen viel Freude
bereitet, obwohl viele vorher Bedenken hatten.
Der Ausflug zu den größten Sanddünen Amerikas, Bruneau Sand Dunes, fiel ins "Wasser". Dies war allerdings der einzige Tag in vier Wochen, an dem die Schüler nicht von der Sonne verwöhnt wurden. Viele hatten mehrere Male mit den Folgen von Sonnenbränden zu kämpfen.
Stattdessen besichtigte die Gruppe das Birds of Prey Center [Golden and Bald Eagle, Peregrine Falcon, Osprey, Condor], in dem versucht wird, die vom Aussterben bedrohten Vogelarten zu bewahren. Erste Erfolge sind zu verzeichnen. Danach fuhr die Gruppe zum "Discovery Center of Idaho - a Hands-on Science Museum" in Boise, ein Wissenschaftsmuseum, in dem alles "erfaßt" und "begriffen" werden kann. Die Schüler waren sehr interessiert an den unzähligen Versuchsaufbauten und hatten derart viel Spaß am "Handanlegen", am "Ausprobieren", daß wir die Abfahrt mit dem gelben Schulbus um eine halbe Stunde verpaßten. Aber alle Beteiligten hatten Verständnis für das Interesse der Schüler und freuten sich über das gemeinsame Erfahren von wissenschaftlichen Gesetzen und Erkenntnissen.
Am Donnerstag wurde dann die erste Abschiedsparty bei Frau Moulton gefeiert, etwa 50 Autos rund ums Haus verteilt [in den USA darf man mit 16 Jahren Auto fahren, und schon mit 15 Jahren, wenn das Fahren aufs Tageslicht, z. B. zur Schule, beschränkt ist], mexikanisches Essen, Tischtennis im Keller, Klaviermusik, Kartenspiele auf dem Fußboden, viele Gespräche, erste Tränen trotz der überaus herzlichen Atmosphäre.
Am Freitag fand dann der German Evening statt, zu dem alle Austauschschüler, die Gasteltern, die Gastgeschwister, die Freunde und Mitglieder des German Clubs und interessierte Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schulleiter eingeladen waren.
Die 15 deutschen Austauschschüler vollbrachten eine unglaubliche Leistung. In vielen Vorgesprächen wurden einige typisch deutsche Speisen ausgesucht, die an dem Abend den Gästen vorgesetzt werden sollten.
In viereinhalbstündiger "Arbeit" wurden in der Cafeteria mit
tatkräftiger Hilfe von Lolita, einer Mitarbeiterin der Küche, etwa 100 Portionen
fertiggestellt: Senfeier, Kartoffelsalat und Frikadellen, Labskaus,
Kartoffelpuffer, Bauernfrühstück, gemischter Salat, Apfelkuchen. Dieses
Abenteuer, in einer Großküche mit "großen" Küchengeräten zu arbeiten, wird wohl
keiner der Teilnehmer so schnell vergessen.
Allein das
Schlagen von zwei Litern Schlagsahne per Hand für den Apfelkuchen, da die
Maschinen dafür zu groß waren, ist eine Geschichte für sich. Es haben sich wohl
alle irgendwann an dem Schlagen dieser Schlagsahne beteiligt.
Um 19.10 bat Frau Moulton Herrn Wulf, doch kurz in die Cafeteria hinauszugehen und den vielzähligen Gästen zu erklären, daß das "Deutsche Essen" erst um 19.30 beginnen könne. Alle Gäste hatten volles Verständnis für die Verzögerung. Als das Essen endlich freigegeben werden konnte, stürzten sich alle auf das Angebot und waren mehr als zufrieden. Die Anzahl der zubereiteten Mahlzeiten war nicht nur ausreichend, sondern es hatte allen derart gut gemundet, daß sie am nächsten Tag, bei der letzten Abschiedsparty, bei der Familie von Dana Graham, immer noch von den verschiedenen Gerichten schwärmten.
Am Sonntagmorgen um 9 Uhr trafen sich alle wieder auf dem kleinen Flughafen von Boise. Daß der Begleitlehrer der einzige war, der wegen überschreitung des höchstzulässigen Gewichts etwa 2 kg aus einem Koffer in den anderen packen mußte, ist nur eine Geschichte, daß der Begleitlehrer nach etwa einer halben Stunde in die Tiefen der Tragetasche einer Schülerin tauchen mußte, um den Reisepaß für die Ausreise zu finden, ist eine andere Geschichte.
Daß auf dem Hinflug bei dem Auschecken auf dem San Francisco International Airport einer der Hunde der Agriculture’s Beagle Brigade bei zwei Schülerinnen der Gruppe äpfel fand, die nicht mehr im Gepäck, sondern nur noch im Verdauungstrakt hätten sein dürfen, ist auch eine Geschichte, daß dann eine Schülerin wegen der hohen Temperaturen in San Francisco ihre Jacke samt Reisepaß mit dem Gepäck nach Boise aufgab, und es deswegen Probleme beim Einchecken für den inneramerikanischen Flug nach Boise bereitete, ist eine weitere Geschichte wie auch die mehr als einwöchige Jagd nach dem einen verlorengegangenen Koffer nach der Rückkehr in Hamburg. Letztendlich wurde der Koffer nur an dem Schnipsel des grellbunten Geschenkbandes erkannt, der vor dem Abflug auf dem Flughafen Hamburg an dem Griff des Gepäckstückes befestigt worden war.
Die Austauschschülerinnen und -schüler des Kreises Hzgt. Lauenburg warten nun auf den 31. Mai, den Tag, an dem die amerikanischen Gäste für vier Wochen zu ihnen kommen werden. Sie werden sich in den nächsten Tagen und Wochen Gedanken darüber machen, wie sie ihre neugewonnenen Freunde verwöhnen können, welche Orte [Hamburg, Lübeck, Lüneburg] sie ihnen in der näheren und weiteren Umgebung zeigen wollen, welche gemeinsamen Unternehmungen sie planen sollten usw.
Unter anderem ist auch ein Tagesausflug mit dem Schulschiff der Beruflichen Schulen des Kreises Hzgt. Lauenburg, der "GEESTE", den Elbe-Lübeck-Kanal hinunter nach Lauenburg, in die Elbe hinein, an der Unterstadt von Lauenburg vorbei und zurück geplant.
Holger Wulf, April 1997
An unser Klassenschiff "Die
GEESTE" wird sich Jay W. Hummel sicherlich noch erinnern. Zur Zeit ist er
Personalchef für die Lehrkräfte im Raum Nampa. Im Dezember 1995 war er
maßgeblich beteiligt an der Planung dieses Schüleraustausches als damaliger
Schulleiter der Ontario High School in der Nähe Kunas.
Ihm verdanke ich auch
interessante Einblicke in weitere Schulen in Nampa und Nezperce. Er würde dies
sicherlich wie beim Anblick des norddeutschen Grünkohls mit Kohlwurst "rather
interesting" nennen!