Fachbereich Sozialpädagogik


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- Praktikum


Lieber Leserinnen und Leser,

Sie halten eine Broschüre für mehr Einblick, Durchblick, Weitblick und Klarblick zur Gestaltung der Praxiswochen in der Fachschule sowie in der Berufsfachschule für Sozialpädagogik in den Händen.
Seit 1998 hat sich eine Fachschularbeitsgruppe auf Landesebene intensiv mit der Frage der Praxiswochengestaltung im Rahmen der reformierten Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Schleswig-Holstein befasst. Ihre Materialsammlung bildet die Grundlage für unsere Broschüre.
Die Reform der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung verlangte, über eine Steigerung der Ausbildungsqualität einen höheren beruflichen Standard der Absolventinnen und Absolventen zu erreichen.
Das frühere Berufspraktikum wurde in die dreijährige Ausbildung integriert, um so Theorie und Praxis miteinander zu verzahnen. Dazu dienen die drei Blöcke von Praxiswochen in den verschiedenen Ausbildungsjahren sowie zusätzlich die Möglichkeit, ein pädagogisches Projekt durchzuführen. Die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin / zum Sozial-pädagogischen Assistenten beinhaltet zwei Praxiswochenblöcke.
Neben Formalien enthält die Broschüre vor allem Anregungen für die Entwicklung professionellen Handelns von Praktikantinnen und Praktikanten in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern.
Insbesondere geht es uns in diesem Rahmen auch immer um die Ausbildung von Schlüsselqualifikationen wie beispielsweise Selbstreflexions- und Kritikfähigkeit.
In diesem Sinne wünschen wir uns auch von Ihnen konstruktive Rückmeldungen zu allen Bereichen der Ausbildung sowie zu dieser Broschüre.
Ihr Sozialpädagogikteam des Berufsbildungszentrums Mölln.
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Ziele, Anforderungen und Aufgaben in der Berufsfachschule für Sozialpädagogik
(Sozialpädagogische Assistentin / Sozialpädagogischer Assistent)

1. Praktikum in der Unterstufe (10 Wochen)
Ziele und Anforderungen: Feststellung der persönlichen Eignung für den Beruf

  • Rolle und Aufgabe der Sozialpädagogischen Assistentin / des Sozialpädagogischen Assistenten wahrnehmen und damit experimentieren
  • Berufswahl (selbst-) kritisch überprüfen
  • Sich einer pädagogischen Grundhaltung annähern
  • Fragestellungen für die weitere Ausbildung entwickeln
  • Sich mit dem eigenen Arbeitsfeld und der Berufsrolle aktiv auseinandersetzen
  • Erste Transferleistungen von schulischen Inhalten erbringen
  • Pädagogischen Bezug zu Kindern herstellen


Daraus ergeben sich Aufgaben aus den folgenden Bereichen:

  • Beobachtungen
  • Beschreibung der Einrichtung, des Umfeldes und der Gruppe
  • Selbstreflexion
  • Auswählen, Üben und Weiterentwickeln pädagogischen Handelns
  • Sammlung didaktischen Materials


2. Praktikum in der Oberstufe (10 Wochen)
Ziele und Anforderungen: Professionalisierung pädagogischen Handelns

  • Mit (Klein-) Gruppen selbstständig arbeiten
  • Mit dem pädagogischen Konzept auseinandersetzen
  • Fachtheoretische Auseinandersetzung mit ausgewählten Themenschwerpunkten
  • Methoden einüben und anwenden
  • Im Team mitarbeiten und es unterstützen
  • Sozialpädagogisches Handeln lebensweltorientiert planen


Daraus ergeben sich Aufgaben aus den folgenden Bereichen: Beschreibung und Analyse der Gruppe, der Gruppenprozesse / -dynamik und der Lebenswelten, Offene Planungen, Durchführungen und Reflexionen pädagogischer Angebote für die Zielgruppe auf der Grundlage der Analyse von Bedingungsfeldern. (Lebenswelt, Um-feld, Einrichtung, pädagogischer Ansatz, Gruppe, eigene Ressourcen)

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Ziele, Anforderungen und Aufgaben in der Fachschule für Sozialpädagogik (Erzieherinnen/Erzieher)


1. Praktikum in der Unterstufe (10 Wochen)
Ziele und Anforderungen: Feststellung der persönlichen Eignung für den Beruf

Arbeitsfeldaspekt

  • Das Arbeitsfeld kennen lernen (vorrangig Einrichtungen im Elementarbereich)
  • Das Arbeitsfeld erkunden, beschreiben und analysieren (Organisationsstrukturen, Tätig-keitsfelder, Anforderungen)
  • An einem möglichst breiten Spektrum von Veranstaltungen der Einrichtung teilnehmen (Elternabenden, Festen, Aktivitäten, Dienstbesprechungen)
  • Teamfähigkeit erproben
  • Begrenzt Verantwortung übernehmen


Pädagogischer Aspekt

  • Die Lebenswelt der Zielgruppe erfassen
  • Entwicklung und Gestaltung eines pädagogischen Bezuges
  • Sich in der Rolle der Erzieherin ausprobieren und ein Rollenverständnis entwickeln
  • Haltungen und Einstellungen im Umgang mit der Zielgruppe beobachten, thematisieren und überprüfen
  • Einzelne Kinder und Gruppensituationen beobachten, beschreiben und sich damit fachlich auseinandersetzen
  • Sich an der Planung, Durchführung und Reflexion von Aktionen und Aktivitäten beteiligen


Persönlichkeitsaspekt

  • Sich auf Neues einlassen können
  • Sich mit Berufsvorstellung und Berufswirklichkeit auseinander setzen
  • Sich einer pädagogischen Grundhaltung annähern
  • Die eigene Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit erkennen und einschätzen können
  • Persönliche Stärken und Entwicklungspotenziale im pädagogischen Handeln erkennen
  • Reflexionsfähigkeit entwickeln: Eigene Wahrnehmungen mit Fremdrückmeldungen abgleichen können


Daraus abgeleitet sind folgende Aufgaben möglich: Arbeitsfeldanalyse,Auswahl und Anwendung geeigneter Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren, Selbsteflexion sozialpädagogischen Handelns



2. Praktikum in der Mittelstufe (10 Wochen)
Ziele und Anforderungen: Erweiterung fachlicher Kompetenz

Ein weiteres Arbeitsfeld kennen lernen und erfassen

  • Grundlegende Methoden sozialpädagogischer Arbeit kennen und anwenden
  • Im Arbeitsfeld kooperieren (Team, Eltern, Träger, Gemeinwesen etc.)
  • Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit weiterentwickeln
  • Fähigkeit zur Dokumentation von Wahrnehmungs- und Beobachtungsprozessen weiterentwickeln
  • Pädagogische Angebote planen, durchführen und reflektieren
  • Transfer aktueller fachlicher (Er-) Kenntnisse in die Praxis
  • Transfer aktueller praktischer Erfahrungen in theoretische (Er-) Kenntnisse
  • Mit der pädagogischen Konzeption auseinandersetzen
  • Mit Gruppen selbstständig arbeiten und die Leitung einer Gruppe erproben
  • Die pädagogische Dimension der eigenen Arbeit erkennen
  • Persönliche Stärken und Entwicklungspotenziale erkennen und reflektieren
  • Reflexionsfähigkeit weiter entwickeln
  • Die eigene pädagogische Grundhaltung weiterentwickeln
  • Eigeninitiative und Selbstständigkeit zeigen


Daraus abgeleitet sind folgende Aufgaben möglich: Offene Planungen, Durchführungen und Reflexionen pädagogischer Angebote für die Zielgruppe auf der Grundlage der Analyse von Bedingungsfeldern (Lebenswelt, Umfeld, Einrichtung, pädagogischer Ansatz, Gruppe, eigene Ressourcen).



3. Praktikum in der Oberstufe (20 Wochen)
Ziele und Anforderungen: Professionalisierung pädagogischen Handelns

  • Eine professionelle Grundhaltung ausbauen und konsolidieren
  • Selbstständig Aufgaben in der Einrichtung übernehmen
  • Theorie-Praxis-Transfer leisten (z.B. Entwicklungsprozesse von Kindern/Jugendlichen längerfristig beschreiben, analysieren und begleiten können)
  • Sich im methodisch - didaktischen Bereich professionalisieren (Beobachten, Planen, Reflektieren)
  • Organisatorische Kompetenzen erproben und vertiefen (fachliche Zusammenarbeit mit Kollegen, Trägern, Öffentlichkeit, Beratungstätigkeit, Einüben von Leitungsaufgaben)



Daraus abgeleitet können sich folgende Aufgaben ergeben: Wahl eines Schwerpunktes (z.B. Projektarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Konzeptarbeit), der sich an den Bedürfnissen der Menschen in der Institution und den vorgefundenen Bedingungen (Einrichtung, Lebenswelt) orientiert. Dem schließt sich die Planung, Durchführung und Reflexion entsprechender Angebote an.

  • Erstellen einer Facharbeit als Bestandteil der Prüfung zur Staatlich anerkannten Erzieherin / zum Staatlich anerkannten Erzieher. Das Thema der Facharbeit soll sich aus dem Praxisfeld ergeben und eine fachtheoretische Auseinandersetzung zu Aspekten des Arbeitsbereiches bieten, die als bedeutsam empfunden werden.


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